2026 - 29. Januar
Einwohnerrat verabschiedet die neue Krienser Schulraumstrategie
Der Krienser Stadtrat hatte in seiner Schulraumstrategie aufgezeigt, wie mit dem Wachstum der Zahl der Schülerinnen und Schüler in den nächsten zehn Jahren umgegangen wird. Der Einwohnerrat unterstützt das geplante Vorgehen klar. Weiter wurde ein Sonderkredit in der Höhe von 5,6 Mio. Franken zur Sanierung der Hergiswaldstrasse bewilligt. Jacqueline Senn (FDP.Die Liberalen) wurde als neues Mitglied des Einwohnerrates vereidigt. Sie ersetzt für den Rest der Amtsperiode Beat Tanner, der per Ende 2025 zurückgetreten ist.
In den nächsten zehn Jahren benötigt die Stadt Kriens deutlich mehr Schulraum. Bis ins Jahr 2035 braucht es in Kriens fünf zusätzliche Kindergartenklassen,19 weitere Primarklassen sowie zwölf auf der Stufe Sekundarschule. Um dieses Wachstum aufzufangen, hat die Stadt Kriens einen ausführlichen Bericht erarbeitet. Die Strategie reagiert auf das Wachstum der Stadt und die damit verbundenen Herausforderungen im Bildungsbereich. Der Stadtrat setzt dabei bewusst auf eine platzsparende Entwicklung: Statt neue Schulstandorte zu schaffen, werden bestehende Anlagen bedarfsgerecht erweitert und gestärkt. Wo immer möglich erfolgt dies durch Aufstockungen, um Freiflächen zu schonen und kompakte Areale zu erhalten. Geplant sind bis 2035 Investitionen von weit über 200 Millionen Franken. Dies beinhaltet die folgenden Projekte: Umnutzung des Kirchenzentrums St. Franziskus sowie Miete weiterer externer Räume; Erweiterung des Schulhauses Meiersmatt sowie Miete weiterer externer Räume; Erweiterungsbau beim Schulhaus Kuonimatt plus Aufstockung des Modulbaus; Aufstockung mehrerer Gebäude der Schulanlage Roggern plus neues Tagesstrukturgebäude; Neubau bei der Schulanlage Obernau; kleiner Neubau bei der Schulanlage Amlehn plus Aufstockung des Bestandsbaus und Ausbau der Turnhalle. Der Einwohnerrat nahm die Schulraumstrategie zur Kenntnis und überwies Bemerkungsanträge an den Stadtrat zur Datengrundlage, den Freiflächen, der Kostenvergleichbarkeit und zur Finanzierung.
Sanierung Hergiswaldstrasse
Weiter hat der Einwohnerrat die Bewilligung für das Strassenprojekt zur Sanierung der Hergiswaldstrasse diskutiert. Dieses umfasst im Wesentlichen die Sanierung der Strasse sowie den Ausbau des Trottoirs zur Mitbenutzung für Radfahrende im Abschnitt zwischen der Abzweigung Obernauer-/Rainacherstrasse und der Busschleife Obernau. Die Kosten des Gesamtprojekts belaufen sich auf 5,5 Millionen Franken. Darin enthalten sind sowohl die Strassensanierung als auch die Erneuerung der Trinkwasserleitung und die Siedlungsentwässerung. Letztere wird mit Einführung des Trennsystems an die aktuellen Umweltanforderungen angepasst. Der Sonderkredit zur Sanierung der Hergiswaldstrasse wurde vom Einwohnerrat mit 18 Ja bei 7 Nein und 0 Enthaltungen bewilligt.
Vereidigung
Jacqueline Senn (FDP.Die Liberalen) wurde als neues Mitglied des Einwohnerrates vereidigt. Sie ersetzt für den Rest der Amtsperiode Beat Tanner, der per Ende 2025 zurückgetreten ist.
Kurzprotokoll
Unter der Leitung von Zita Bucher (Grüne) hat der Krienser Einwohnerrat zudem folgende Geschäfte behandelt:
Ersatzwahl in die Kommissionen
Der Einwohnerrat hat für den Rest der Amtsperiode 2024-2028 Ersatzwahlen in die Kommissionen und in die Geschäftsleitung vorgenommen. Dabei wurden folgende Personen gewählt:
- Kommission für Bau, Verkehr und Umwelt (KBVU), Armin Lisibach (FDP.Die Liberalen), als Präsident
- Kommission für Finanzen und Gemeindeentwicklung (KFG), Matthias Erni (FDP.Die Liberalen)
- Kommission für Bildung und Kultur (KBK), Jacqueline Senn (FDP.Die Liberalen)
- Geschäftsleitung, Armin Lisibach (FDP.Die Liberalen)
Nachtragskredit für den Investitionsbeitrag Heime Kriens AG
Der Stadtrat hat im Aufgabenbereich Gesellschafts- und Gesundheitsdienste einen Nachtragskredit von 20 Millionen Franken für den nicht rückzahlbaren Investitionsbeitrag an die Heime Kriens AG beantragt. Eine dringliche Motion hatte verlangt, dass der Stadtrat rückwirkend auf das Jahr 2025 einen B+A Nachtragskredit für den Investitionsbeitrag an die Heime (Anteil Sanierungskosten Zunacher 1+2 und Kleinfeld) vorlegt. Dies wurde vom Einwohnerrat einstimmig bewilligt.
B+A: Richtplan Energie
Mit dem Energierichtplan zeigt die Stadt Kriens auf, wie der Umstieg von fossilen auf nachhaltige Energieträger gelingen soll. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen bis 2045 auf Netto-Null zu senken. Vorgesehen sind Energieverbünde im Zentrum und Obernau, der Ausbau bestehender Netze in Luzern Süd sowie individuelle oder koordinierte Wärmepumpenlösungen in weniger dicht besiedelten Gebieten. Ergänzend fördert die Stadt Gebäudesanierungen und erneuerbare Heizsysteme mit einem neuen Förderprogramm. Der Richtplan wurde vom Einwohnerrat mit (20 Ja bei 5 Nein und 0 Enthaltungen) bewilligt.
B+A: Reglement über das Förderprogramm Energie und Klima, 2. Lesung
In zweiter Lesung hat der Einwohnerrat über das Förderprogramm Energie und Klima diskutiert. Damit soll nicht nur die Energieeffizienz gestärkt und der Umstieg auf erneuerbare Energien gefördert, sondern auch Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel unterstützt werden. Die Finanzierung des Förderprogramms Energie und Klima erfolgt über den bereits bestehenden Fonds des Förderprogramms. Ab 2026 wird mit Kosten von rund 200'000.- Franken für das Förderprogramm gerechnet. Das neue Reglement wurde vom Einwohnerrat mit (19 Ja bei 5 Nein und 1 Enthaltung) beschlossen. Der Beschluss unterliegt dem fakultativen Referendum.
B+A: Gegenvorschlag Gemeindeinitiative «Preisgünstigen Wohnraum erhalten – damit Wohnen in Kriens auch weiterhin bezahlbar bleibt», 1. Lesung
In erster Lesung hat der Einwohnerrat die Wohninitiative der Grünen, SP und Mieterinnen- und Mieterverband diskutiert, die preisgünstigen Wohnraum erhalten will. In Kriens gibt es eine tiefe Leerwohnungsziffern und somit nur wenig freie Wohnungen. Der Stadtrat lehnt die Initiative ab und setzt stattdessen auf einen Gegenvorschlag, der den gemeinnützigen Wohnbau stärkt, zehn Prozent Gemeinnützigkeit anstrebt und Boden aktiv sichern will. Sanierungen sollen transparenter werden. Gegen Airbnb werden strikte Regeln eingeführt, um Verdrängung von Wohnraum zu verhindern.
B+A: Teilrevision Reglement für das öffentliche Beschaffungswesen, 1. Lesung
Die Stadt Kriens passt ihr Reglement für öffentliche Beschaffungen an die revidierte interkantonale Vereinbarung (IVöB) an. Der Einwohnerrat hat die Teilrevision des Reglements in erster Lesung beraten. Neu stehen Qualität, Nachhaltigkeit und Lebenszykluskosten stärker im Fokus. Zudem wird die kantonale Beschaffungsrichtlinie in den Anhang aufgenommen. Die Änderungen harmonisieren die Vergabepraxis und stärken Transparenz sowie Effizienz. Die Teilrevision trägt somit zu einer verantwortungsvollen und zeitgemässen Verwaltungsführung bei. Der Einwohnerrat beschloss einstimmig, das Geschäft in nur 1 Lesung zu behandeln und das teilrevidierte Reglement für das öffentliche Beschaffungswesen zu beschliessen.
Fragestunde
In der Fragestunde hat der Stadtrat Fragen aus den Reihen des Einwohnerrates beantwortet.
Folgender Planungsbericht konnten wegen Zeitmangel nicht behandelt werden, er wird für die nächste Sitzung vom 12. März 2026 traktandiert:
- Planungsbericht: GESAK Umsetzungsbericht 2020