2026 - 12. März
Der Einwohnerrat spricht sich ohne Gegenstimme für die Mitfinanzierung der Teilüberdachung Bypass aus
Der Einwohnerrat Kriens hat an seiner Sitzung zwei zentrale Zukunftsprojekte beraten: Mit der klaren Unterstützung des Sonderkredits für die Teilüberdeckungen der A2 rückt eine siedlungsverträgliche Entwicklung von Luzern‑Süd näher, während der zur Kenntnis genommene GESAK‑Planungsbericht die strategische Weiterentwicklung der Krienser Spiel‑ und Bewegungsräume stärkt. Im Anschluss an die Sitzung wurde Matthias Erni aus dem Einwohnerrat verabschiedet. Er war seit 2022 Mitglied des Einwohnerrates und unter anderem Präsident der Kommission für Bau, Verkehr und Umwelt (KBVU).
Das Bundesamt für Strassen ASTRA, der Kanton Luzern und die Stadt Kriens haben sich darauf geeinigt, die Überdeckungen über die Autobahn A2 in Luzern-Süd umzusetzen und gemeinsam zu finanzieren. Ziel ist die Nutzung von Synergien mit dem Bau des Gesamtsystems Bypass Luzern. Die Überdeckung der A2 in Luzern‑Süd hat damit einen zentralen Meilenstein erreicht: Der Einwohnerrat Kriens hat den Sonderkredit über 26.54 Mio. Franken beraten, mit dem sich die Stadt verbindlich an den beiden Teilüberdeckungen «Arsenal» und «Schlund» beteiligen soll. Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 186 Mio. Franken; der Bund übernimmt 60 Prozent, der Kanton 26 Prozent und die Stadt Kriens 14 Prozent. Der Stadtrat bezeichnet die nun vorliegende Lösung als wichtige Chance für eine siedlungsverträgliche Entwicklung. Die Überdeckungen reduzieren die heute starke Trennwirkung der Autobahn, schaffen neue Grün- und Freiräume und verbessern Lärm- und Störfallschutz. Im Bericht und Antrag hält der Stadtrat fest, dass das Vorhaben vom Bypass rechtlich unabhängig ist, aber zeitgleich und koordiniert realisiert werden soll. Der Einwohnerrat unterstützt das Projekt und den Sonderkredit ohne Gegenstimme (25 Ja- bei 0 Nein-Stimmen und 4 Enthaltungen). Mit dem Entscheid des Einwohnerrates startet der weitere politische Prozess: Der Sonderkredit unterliegt dem obligatorischen Referendum, die kommunale Abstimmung ist für September 2026 vorgesehen; vorbehältlich des Entscheides des Kantonsrates ist die Volksabstimmung über den Beitrag des Kantons für den November 2026 geplant.
Planungsbericht: GESAK Umsetzungsbericht 2020
Der Einwohnerrat Kriens hat den Weg für die strategische Weiterentwicklung der Krienser Spiel- und Bewegungsräume bestätigt. Das GESAK dient der Stadt seit 2006 als zentrales Steuerungsinstrument; der aktuelle Bericht zeigt die Fortschritte der vergangenen vier Jahre und legt dar, wo noch Handlungsbedarf besteht. Erarbeitet wurde der Bericht von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, die erstmals das neue Spielraumtool eingesetzt hat. Dieses erfasst sämtliche 48 öffentlichen sowie 146 halböffentlichen Spielräume und bewertet sie nach Kriterien wie Sicherheit, Vielfalt, Ökologie, Beschattung und Barrierefreiheit. Dadurch steht der Stadt eine datenbasierte Grundlage zur Verfügung, um künftige Investitionen gezielt zu planen. Seit 2021 konnten 16 von 32 Massnahmen umgesetzt werden – etwa Aufwertungen von Spielplätzen, Sanierungen in der Badi, Verbesserungen bei Skateranlagen oder neue Standards in der Spielplatzsicherheit. Sieben weitere Projekte sind in Umsetzung, darunter die Freizeitanlage Grabenhof, Massnahmen beim Biken am Pilatus oder der Masterplan Kleinfeld/Krauer. Die Analyse zeigt insbesondere bei Spielplätzen für Kleinkinder Lücken sowie Aufwertungspotenzial bei Schatten, ökologischer Qualität und Angebotsvielfalt. Für die nächsten 10 bis 15 Jahre wurden fünf Schlüsselräume definiert, darunter der Alex-Wili-Platz, das Parkband Schlund, die Fenkernwiese sowie der Aussenraum des Schulhauses Grossfeld. Parallel arbeitet die Stadt an der neuen Strategie Sport & Freizeit, die 2026 den politischen Gremien vorgelegt werden soll. Der Einwohnerrat hat den entsprechenden Planungsbericht zur Kenntnis genommen.
Kurzprotokoll
Unter der Leitung von Zita Bucher (Grüne) hat der Krienser Einwohnerrat zudem folgende Geschäfte behandelt:
Bericht und Antrag: Teilzonenplanänderung Obere Sackweid, 2. Lesung
Auf dem Areal der ehemaligen Talmud-Hochschule in der Oberen Sackweid soll neuer, erschwinglicher Wohnraum entstehen. Die Gemeindeinitiative der Mitte verlangte preisgünstige Wohnungen; der Einwohnerrat unterstützte im Juni 2024 den stadträtlichen Gegenvorschlag, der eine Umzonung von der Zone für öffentliche Zwecke in eine Wohnzone vorsieht. Vorgeschrieben ist zudem ein Gestaltungsplan, der eine raschere und qualitativ gute Entwicklung ermöglicht. Zwei Drittel der künftigen Geschossfläche sollen gemeinnützig erstellt werden. Das brachliegende Areal bringt der Stadt derzeit keinen Mehrwert; die Teilzonenplanänderung schafft nun die Grundlage, um neues Leben in die Fläche zu bringen und Familien langfristig erschwinglichen Wohnraum zu sichern. In der ersten Lesung nahm der Einwohnerrat keine Änderungen vor. In der zweiten Lesung entscheidet er definitiv (mit 29 Ja- und 0 Nein-Stimmen sowie 0 Enthaltungen) über die Vorlage. Die Teilzonenplanänderung lag gemäss Vorgaben des kantonalen Planungs- und Baugesetzes (PBG) zwischen 18. November bis 17. Dezember 2025 öffentlich auf. Während dieser Zeit ist keine Einsprache eingegangen.
Beantwortung Interpellation Gut: Mietzinsbeihilfe für EL-Beziehende in der Stadt Kriens
Die SP Kriens wollte vom Stadtrat in einer Interpellation unter anderem wissen, wie viele Personen in Kriens aktuell Ergänzungsleistungen (EL) beziehen und wie diese bei der Suche nach günstigem Wohnraum unterstützt würden. Per 31. Dezember 2024 bezogen in der Stadt Kriens 1'431 Personen EL zu AHV oder IV. Dies entspricht rund 4.8 Prozent der Krienser Bevölkerung. Gemäss Jahresrechnung 2024 betrug der Beitrag der Stadt Kriens an die EL 14.3 Millionen Franken. EL-Beziehende werden nicht explizit unterstützt. Die Sozialdienste veröffentlichen wöchentlich eine Liste mit aktuellen Wohnungsangeboten. Diese ist insbesondere auf Sozialhilfebeziehende ausgerichtet, weshalb die Angebote innerhalb der für Kriens festgelegten Mietzinsrichtlinien liegen.
Begründung Postulat Stocker: Realisierung eines öffentlichen barrierefreien WC’s im Schlossgarten Schauensee
Die Liberalen Senioren forderten in einem Postulat die Realisierung einer WC-Anlage im Garten des Schlosses Schauensee, damit für alle Besuchenden auf der untersten Ebene öffentlich zugängliche sanitäre Installationen zur Verfügung stehen. Sie schlägt dazu den Tankraum beim Schlossgarten vor. Der Stadtrat erachtet diesen Standort aus baulichen Gründen als nicht geeignet. Er schlägt jedoch vor, mit einer Machbarkeitsstudie ein öffentliches WC auf dem Gebiet des Parkplatzes analog Langenmatt oder Gabeldingen zu prüfen. Dieser WC-Container könnte als Zusatznutzen auch von Touristinnen und Touristen benutzt werden. Der Einwohnerrat unterstützt den Vorschlag, eine Machbarkeitsstudie durchzuführen (mit 22 Ja-, 4 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen) und hat das Postulat an den Stadtrat überwiesen.
Fragestunde
In der Fragestunde hat der Stadtrat Fragen aus den Reihen des Einwohnerrates beantwortet.