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Kriens will sich gegen Schliessung von Bahnübergängen wehren

Einer der Bahnübergänge in der Kuonimatt, die aufgehoben werden sollen.

Gleich mehrfach befasste sich der Krienser Einwohnerrat an seiner ersten Sitzung des neuen Jahres mit der Infrastruktur im «unteren» Gemeindeteil (Kuonimatt und LuzernSüd). Im Rahmen einer intensiven Sitzung wurden viele Pendenzen früherer Sitzungen aufgearbeitet. Dazu informierte der Stadtrat darüber, dass er gegen einen Entscheid des Bundesamtes für Verkehr, die Bahnübergänge in der Kuonimatt zu schliessen, Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht einreichen werde.

Der «untere» Teil von Kriens mit dem traditionsreichen Kuonimatt-Quartier und den neu zwischen der Kuonimatt und dem Kriener Ortskern entstehenden Quartierteile von LuzernSüd auf Krienser Gebiet waren das Thema an der letzten Sirtzung des Krienser Einwohnerrates im Provisorium des Gallusheims. War es bei den neu entstehenden Quartieren ein Planungsbericht zum allgemeinen Planungsstand in insgesamt vier Teilbereichen, galt das Augenmerk in der Kuonimatt den Bahnübergängen.

Diese wurden für den Strassenverkehr längst durch leistungsfähigere Ringstrasse als Verbindungsachse abgelöst. Im Quartierleben und für Fussgänger und Velofahrende dienen die Bahnübergänge aber nach wie vor als wichtige Achse für die Querung durch das Quartier. Im Zusammenhang mit der weiteren Entwicklung der Zentralbahn und der Taktverdichtung auf dieser Strecke will die Zentralbahn (zb) nun beide Bahnübergänge schliessen und durch die Unterführung Wegmatt in Horw ersetzt lassen.

Widerstand gegen diesen Pläne stammte bisher vorallem aus dem Quartier und von Velo-Interessenorganisationen. Das Bundesamt für Verkehr aber hat die Aufhebung beschlossen und die Einsprachen abgewiesen. In der Beantwortung  einer dringlichen Interpellation von Cla Büchi (SP) hat der Stadtrat nun bekannt gegeben, dass er die am 22. Januar ablaufende Beschwerdefrist nutzen werde und gegen den Entscheid des BAV beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde einreichen werde. Er habe sich den Entscheid nicht leicht gemacht, sondern habe Chancen und Risiken genau abgewogen. Insbesondere auch, weil er sich der Tatsache bewusst sei, dass damit der geplante Trassee-Ausbau möglicherweise verzögert werden könnte. Letztlich aber gewichte er die Interessen der Quartierbevölkerung höher, sagte der Stadtrat. Er brauche mehr Zeit, um eine sinnvolle und quartierverträgliche Alternativlösung zu erarbeiten. Das Kuonimatt-Quartier brauche gute Querungsmöglichkeiten, will der Stadtrat in der Beschwerde betonen. Und dieser Bedarf steige an, wenn die neuen Quartiere in LuzernSüd gebaut würden.

Planungsstand in LuzernSüd

Diese direkt ans Kuonimatt-Quartier angrenzenden Gebiete des neuen Stadtteils «LuzernSüd», die zu grossen teilen auf Krienser Stadtgebiet liegen, waren das Thema in einem Planungsbericht, der vom Einwohnerrat beraten wurde. Grundlage der Diskussion war der Planungsbericht für die Vertiefungsgebiete 3, 4 und 5 sowie für den Mattenplatz. Der Planungsbericht zeigt strategische Stossrichtungen auf, die für die weitere Entwicklung in diesen Gebieten richtungsweisend sein sollen. Und er vermittelt einen Überblick, was in diesem neuen Stadtteil von Kriens in den kommenden Jahren noch entstehen wird. Dabei bildet die übergeordnete Betrachtungsweise die Leitplanken für die Realisierung der privaten Projekte und sorgt für deren Vernetzung in den verschiedensten Bereichen wie Verkehr, Sozialräume, Grünflächen und vieles mehr. Weil das Gebiet grenzübergreifend ist, werden auch die Gemeindeparlamente in Luzern und Horw über diesen Bericht zu befinden haben, der vom Regionalen Entwicklungsträger LuzernPlus in enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden erarbeitet wurde. Am Schluss nahm der Einwohnerrat Kriens den Planungsbericht zur Kenntnis. 

Das ganze Kurzprotokoll der Sitzung