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Gesamtverkehrskonzept vor Umsetzung

Der Einwohnerrat bei der heutigen Begehung des neuen Stadthauses.

Der Einwohnerrat diskutierte ausführlich über das neu erstellte Gesamtverkehrskonzept von Kriens. Dabei zeigte sich, dass die Grundstossrichtung des Konzeptes für eine hohe Lebensqualität in den Quartieren gewürdigt wird. Die einzelnen Massnahmen aber werden je nach politischer Betrachtungsweise teilweise anders beurteilt. Der Einwohnerrat nahm das Gesamtverkehrskonzept schlussendlich zustimmend zur Kenntnis, sodass die Umsetzung 2019 starten kann.

Das Konzept formuliert rund 70 Massnahmen, wie Kriens seine Verkehrsfragen angehen will. Dabei werden für Autofahrende, Velofahrende, Busfahrende und Fussgänger verschiedene Massnahmen vorgeschlagen. Sie gehen von einem veränderten Mobilitätsverhalten aus, das die Menschen in Kriens für jede Strecke das geeignete Verkehrsmittel wählen lässt.

Das Konzept wurde in einem langjährigen Prozess mit hoher Möglichkeit der Partizipation entwickelt. Es trägt den baulichen Veränderungen und einem geänderten Mobilitätsverhalten der Menschen gleichermassen Rechnung. Wie bei der breit abgestützten Entwicklung des Konzeptes, wird es nun auch in den kommenden Umsetzungsschritten darum gehen, Ideologien zurückzustellen. Die Gemeinde setzt sich dafür ein, dass auch die Umsetzungsprojekte unter breiter Partizipation erarbeitet werden. Dies wird abhängig von der Projektgrösse mit ordentlichen Planauflagen, Einwohnerratsentscheiden oder Begleitgruppen sichergestellt.

In der Einwohnerratsdebatte argumentierten verschiedene Parteien, dass einzelne Vorschläge des Konzeptes frühere Volks- und Parlamentsentscheide (z. B. Volksentscheid Parkplatzreglement) aus ihrer Sicht missachteten. Der Vorschlag einer flächendeckenden Einführung einer Tempo-30-Zone im Zentrum wurde ebenso hinterfragt wie die Platzierung einer Verkehrsdosieranlage im Obernau. Diese dürfe nur den Transitverkehr aus Richtung Malters dosieren, nicht aber Bevölkerung und Gewerbe im Obernau behindern. Rückmeldungen aus den Quartiervereinen müssten deshalb vermehrt berücksichtigt werden, wurde gefordert.

SVP und FDP sprachen sich deshalb für eine ablehnende Kenntnisnahme aus. CVP/JCVP, SP und Grüne/ GLP jedoch standen hinter den Zielen. Schlussendlich wurde das Gesamtverkehrskonzept zustimmend zur Kenntnis genommen. „Es freut mich sehr, dass dieser Leitfaden für die zukünftige Mobilität in Kriens auch vom Parlament getragen wird“, sagt Gemeindepräsident Cyrill Wiget. Verschiedene Anträge wurden diskutiert. Einige davon fanden eine Mehrheit und wurden überwiesen, sodass diese Anliegen jetzt in die Umsetzungsphase einfliessen werden. Parallel dazu wird der Verkehrsrichtplan von 1993 aktualisiert.

«Es ist uns wichtig, dass wir gemeinsam und schrittweise die Mobilität in Kriens verbessern können“, hält Bauvorsteher Matthias Senn fest. Die rund 70 Massnahmen des Gesamtverkehrskonzepts sind aufgeteilt nach vier Kernanliegen. Für 2019 sind folgende Projekt vorgesehen:

  • Verkehr im Zentrum neu gestalten: Wichtigstes Projekt ist die Stärkung des Gewerbes und der Aufenthaltsqualität im Zentrum (etwa an der Gallusstrasse). Hier soll 2019 die Planung gestartet werden.
  • Verkehr im Quartier verträglich machen: Die Gemeindehaus-/Bergstrasse soll als flankierende Massnahme zu den Zentrumsbauten aufgewertet werden.
  • Verkehr auf Hauptrouten effizient und attraktiv abwickeln: Beim kantonalen Strassenbauprojekt K4 Obernau–Zentrum will die Gemeinde eine aktive Rolle einnehmen und die Umsetzung vorantreiben, damit sich die Situation für alle Verkehrsteilnehmenden verbessert. Weiter soll die Veloroute von der Eichwilstrasse zum Freigleis optimiert werden.
  • Verkehr besser organisieren: Damit der ÖV noch attraktiver wird, soll der Anschluss des neuen Quartiers Schweighof an den Bus verbessert werden.

Dabei kommt es zu einem Dossierwechsel: Den Verkehrsrichtplan wird Matthias Senn mit dem Bau- und Umweltdepartement (BUD) entwerfen. Die Konzeptentwicklung hatte noch Gemeindepräsident Cyrill Wiget geleitet. Seit der Departementsreform ist das Dossier «Verkehr» aber beim BUD.

Das ganze Kurzprotokoll der Sitzung