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Zentrumsprojekte auf Kurs – Mehrwert durch Optimierung der Projekte

Die Krienser Zentrumsprojekte sind Thema im Einwohnerrat

An seiner nächsten Sitzung wird sich der Einwohnerrat vertieft mit dem Zwischenstand bei den Zentrumsprojekten auseinandersetzen. Der Gemeinderat unterbreitet dem Parlament einen Nachtragskredit von 3.55 Mio. Franken. In seinem Kreditantrag zeigt er auf, dass verschiedene Projektoptimierungen der Grund dafür sind, die einen fassbaren Mehrwert für die Bevölkerung bringen.

Das Krienser «Jahrhundertprojekt» im Zentrum ist insgesamt auf Kurs. Mit der Inbetriebnahme des Feuerwehr- und Werkhofgebäudes Eichenspes vor einem Jahr (inklusive der Freizeitanlage Langmatt) und dem Grossteil des Jugend- und Kulturzentrums SCHAPPE sind zwei der Projekte inzwischen in Betrieb. Vom Zentrum Pilatus und dem grosszügigen Zentrumsplatz Richtung Bellpark werden die Dimensionen inzwischen immer klarer fassbar. Rund um das Gemeindehaus kommen die Bauarbeiten der beiden privaten Bauprojekte «Teiggi» (Wohnen, Gewerbe) und «Lindenpark» (Wohnen im Alter mit Infrastruktur etwa für die Spitex) planmässig voran.

Mehrnutzen erlebbar

In den bereits in Betrieb genommenen Teilprojekten wird der Mehrnutzen inzwischen sicht- und erlebbar, den die Krienser Bevölkerung erhält. Während der Ausführungsplanung oder der Bauphase nämlich wurden bei beiden Projekten Optimierungspotential erkannt. Dieses wurde intern geprüft und bei einem vernünftigen Verhältnis der entstehenden Mehrkosten und dem Mehrnutzen ins Projekt integriert. Exemplarisch lässt sich dies an den Projektanpassungen zeigen:

  • Schülerhort Eichenspes: In der Planungsphase zum Feuerwehr- und Werkhofgebäude Eichenspes wurde erkannt, dass es in der geplanten Gebäudestruktur möglich wäre, die im Quartier benötigten Räume für einen Schülerhort zu integrieren. Der Schülerhort wurde realisiert und profitiert auch von den – ebenfalls im Rahmen der Zentrumsprojekte – umfassend umgebauten Freizeitanlagen beim Schulhaus Feldmühle und in der Langmatt.
  • Wasserversorgung Eichenspes: Nach der Inbetriebnahme des Eichenspes-Neubaus zeigte sich, dass es im Gebäude genügend Platz gäbe, um auch die Wasserversorgung mit der neuen Leitzentrale dort unterzubringen. Für diese musste die Gemeinde einen neuen Standort finden, weil der bisherige ebenfalls einem Zentrumsprojekt weichen musste. Auf der Suche nach Alternativen zeigte sich, dass das Synergiepotenzial bei einem Umzug ins Eichenspes-Gebäude maximal wäre. Mit diesem Standort konnten alle technischen Betriebe der Gemeinde an einem Ort zusammengezogen und so das Synergiepotenzial einer engen Zusammenarbeit mit Werkdiensten und Feuerwehr optimiert werden. Diese Anpassung  wurde umgesetzt – mit sehr guten ersten Erfahrungen, zumal sich das Materiallager der Wasserversorgung in der Lädenhütte direkt neben dem Eichenspes-Gebäude befindet.
  • Schappe: Beim Kulturzentrum Schappe wurde ein Altbau saniert und ein Teil für die Nutzung als Jugend- und Kulturzentrum umgebaut. Dabei erwies sich die Bausubstanz als Herausforderung, weil sie an einigen Stellen Überraschungen zu Tage brachte. Diese mussten mit zeit- und teilweise auch kostenintensiven Eingriffen korrigiert werden. Zudem zeigte sich in der Detailplanung zusammen mit den zukünftigen Nutzern, dass mit vertretbarem Mehraufwand die Nutzung der Räume für deutlich grössere Kreise optimiert werden könnte. Eines der Beispiele, die das illustrieren, war die Schallisolation des Probesaals . Bei einer Nutzung durch Musikformationen steigen die Anforderungen diesbezüglich markant, weil die verschiedenen Räume im gesamten Gebäude auch gegenseitig besser schallisoliert werden müssen. Die in der Projektplanung vorgesehen Schalisolation musste also verstärkt werden. Auch hier wurden Aufwand und Ertrag vertieft geprüft. Das Ergebnis zeigte soviel Potenzial in der Nutzung der Räume, dass auch diese Zusatzarbeiten bewilligt wurden.

Mehrkosten kaum voraussehbar

Diese Beispiele zeigen: Nicht Planungsfehler, sondern Projektoptimierungen standen im Zentrum der Anpassungen. Dass diese jetzt mit einem Zusatzkredit thematisiert werden, entspricht gängigen politischen Abläufen. In allen Fällen stellte die Gemeinde den Mehrnutzen im späteren Betrieb der Räume ins Zentrum seiner Entscheide. Dass diese in der Phase der Planung und der Berechnungen für die Zentrumsabstimmung noch nicht vorlagen, ist nachvollziehbar, entstanden sie doch erst mit dem vertieften Detaillierungsgrad der Planung. Dazu zeigt sich auch, dass das Zentrumsprojekt mit den vielen Abhängigkeiten in den vier grossen Teilbereichen enorm komplex war. Schon aus Ressourcengründen konnten diese vier Teilbereiche nicht alle im gleiche Detaillierungsgrad bearbeitet sein, als darüber an der Abstimmungsurne befunden wurde.

Zentrum Pilatus auf Kurs

Bautechnisch auf Kurs ist auch das Zentrum Pilatus. Der Neubau, den die Gemeinde Kriens zusammen mit der Alfred Müller AG realisiert, wird neben Wohnungen, Ladenflächen und einem neuen Veranstaltungssaal auch Büroflächen an zentraler Lage schaffen. Ein grosser Teil davon wird Standort  der neuen, zentralen Verwaltung sein, die Anfang 2019 in Betrieb genommen wird. Kern dieser Verwaltung ist das Gemeindebüro, das als ausschliessliche Anlaufstelle der Bevölkerung den Kontakt mit der Bevölkerung stark vereinfachen wird.

Hier wird die Gemeinde den Innenausbau selber realisieren. Sie hat dazu umfassende Planungsarbeiten inzwischen abgeschlossen und hat auch hier Projektanpassungen vorgenommen, indem die benötigte Fläche der Verwaltung vergrössert wurde. So übernimmt die Gemeinde nicht nur die ursprünglich für den Polizeiposten geplanten Flächen, sondern im 4. Oberschoss rund 30 Quadratmeter Zusatzfläche. Erreicht werden sollen damit insbesondere betriebliche Optimierungen.

Für beträchtliche Mehrkosten von 2.9 Mio. Franken gegenüber den Zentrumskredit sorgt insbesondere der Innenausbau. Im Kreditantrag für die Volksabstimmung war dieser Betrag offen als Schätzung ausgewiesen, die auf Referenzwerten anderer vergleichbarer Projekte basierte. Inzwischen konnten diese Zahlen auf der Basis der konkreten Projektplanung präzisiert werden. Dazu wirkt sich hier natürlich auch der vergrösserte Flächenbedarf aus.

Bosmatt und Mülirain vor Entwicklungsschritt

Der Gemeinderat zeigt in seinem Kreditantrag auch auf, dass die weitere Entwicklung der Areale Bosmatt (Roggern) und Mülirain wie vorgesehen noch in diesem Jahr einen Schritt vorwärtskommen dürfte. Diese Entscheide und die damit verbundenen Desinvestitionen spielten 2014 bei der Zentrumsabstimmung eine wichtige Rolle zur Beurteilung der finanziellen Tragbarkeit für Kriens. Und auch für die durch den Zusammenzug der Verwaltung ab 2019 frei werdenden Gebäude «Gemeindehaus» und Räume im Moserhaus (Rektorat, Leitung Musikschule) sollen in den kommenden Monaten konkrete Projekte entwickelt werden, damit dort möglichst ohne Leerbestand  neue Mieter gefunden werden können.

Viele Mehrkosten nicht voraussehbar

Der Gemeinderat unterbreitet dem Parlament nun einen Zusatzkredit von 3.55 Mio. Franken. Die effektive Abweichung vom bewilligten Budget beträgt 2.4 Mio. Franken – oder rund 3.8% des Gesamtkredites. Denn den Mehrausgaben stehen auch nicht budgetierte Einnahmen (Erlöse, Subventionen, Unterstützungsbeiträge) von rund 800'000 gegenüber. Im Verlaufe der Bauarbeiten hatte der Gemeinderat bereits zusätzliche Gelder gesprochen (1.127 Mio.), um den Bauablauf nicht noch weiter zu verzögern. Diese betrafen meist Mehraufwändungen im Projekt Schappe, wo die Bauarbeiten etwa durch Feuchtigkeitseintritte (Krienbachkanal) oder die schlechte Bausubstanz behindert wurden. Der Gemeinderat weist darauf hin, dass genau wegen solcher nicht voraussehbarer Unwägbarkeiten schon in der Kreditvorlage zur Zentrumsabstimmung eine Kostengenauigkeit von +/- 10 Prozent festgehalten war. Die Mehraufwände schaffen aber einen klaren Mehrwert, sodass die Gelder letztlich gut investiert sind in eine langjährige, vielfältige Nutzung der neu entstehenden Räume.

Eichenspes: tiefere Baukosten als geplant

Dass beim gesamten Zentrumsprojekt trotz jetzt vorliegendem Zusatzkredit durchaus kostenbewusst gearbeitet wird, zeigt zudem der provisorische Abschluss der Baukosten für den Eichenspes-Neubau. Dieser schliesst nach heutigem Stand der Abrechnung einiges  tiefer ab als geplant. Bei den kostenrelevanten Projektoptimierungen soll aber der effektive Zusatznutzen im Zentrum stehen. Deshalb empfiehlt der Gemeinderat auch, den Zusatzkredit zu bewilligen.

Der Einwohnerrat wird die Vorlage an seiner Sitzung vom 26. April 2018 beraten.

Des Geschäft im Einwohnerrat