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Verkehrsfragen liefern viel Diskussionsstoff

Der Einwohnerrat bei der heutigen Begehung des neuen Stadthauses.

Der Einwohnerrat diskutierte ausführlich über das neu erstellte Gesamtverkehrskonzept von Kriens. Dabei zeigte sich, dass die Grundstossrichtung des Konzeptes für eine hohe Lebensqualität in den Quartieren zwar gewürdigt wird. Die einzelnen Massnahmen aber werden je nach politischer Betrachtungsweise teilweise fundamental anders beurteilt.

Das Konzept formuliert rund 70 Massnahmen, wie Kriens seine Verkehrsfragen der Zukunft angehen will. Dabei werden für Autofahrende, Velofahrende, Busfahrende und Fussgänger verschiedene Massnahmen vorgeschlagen. Sie gehen von einem veränderten Mobilitätsverhalten aus, das die Menschen in Kriens für jedes Strecke das geeignete Verkehrsmittel wählen lässt.

Das Konzept wurde in einem langjährigen Prozess mit hoher Möglichkeit der Partizipation entwickelt und stellt schon als Konzept einen politischen Kompromiss dar. Es trägt den baulichen Veränderungen und einem geänderten Mobilitätsverhalten der Menschen gleichermassen Rechnung. Wie bei der breit abgestützten Entwicklung des Konzeptes wird es nun auch in den kommenden Umsetzungsschritten darum gehen, Ideologien zurückzustellen. Wie nötig dies sein wird, zeigte die Debatte zum Konzept, das die Stossrichtung vorgibt und einen Überblick über die Strategie des Gemeinderates vermittelt.

In einzelnen Teilen des politischen Spektrums zeigte sich grosse Opposition gegen die Annahmen des GVKK. Verschiedene Parteien argumentierten, dass einzelne Vorschläge des Konzeptes frühere Volks- und Parlamentsentscheide (z.B. Volksentscheid Parkplatzreglement) aus ihrer Sicht missachteten. Der Vorschlag einer flächendeckenden Einführung einer Temp30-Zone im Zentrum wurde ebenso hinterfragt wie die Platzierung einer Verkehrs-Dosieranlage im Obernau. Diese dürfe nur den Transitverkehr aus Richtung Malters dosieren, nicht aber Bevölkerung und Gewerbe im Obernau behindern. Rückmeldungen aus den Quartiervereinen müssten deshalb vermehrt berücksichtigt werden, wurde gefordert. Zudem wurde das Thema einer Umfahrung von Kriens (gebaut zusammen mit dem Kanton) wieder auf den Tisch.

SVP und FDP sprachen sich deshalb für eine ablehnende Kenntnisnahme aus. CVP/JCVP, SP und Grüne/GLP jedoch standen hinter den Zielen des GVKK. Verschiedene Bemerkungen wurden diskutiert. Einige davon fanden eine Mehrheit und wurden überweisen, sodass diese Anliegen jetzt in die Konzept-Überarbeitung einfliessen werden.

Insgesamt steht das GVKK für ein prosperierendes Kriens, das nicht nur in seinem Ortsbild, sondern auch im Bereich der Mobilität städtischer wird und sich dieser Entwicklung anpassen müsse. Insgesamt anerkannte eine Mehrheit des Rates, dass die Grundidee des Konzeptes eine hohe Lebensqualität in Kriens anstrebe. Es liefere mit den vorgeschlagenen Massnahmen gute Ansätze, alle Verkehrsteilnehmenden in einem Miteinander in die Zukunft zu führen. Verfügbare Verkehrsflächen müssten effizient genutzt werden.

Aus dem Konzept und den überwiesenen Bemerkungen werden jetzt jene Massnahmen definiert, die in den Verkehrsrichtplan einfliessen werden und damit zum Umsetzung gelangen sollen. Dabei kommt es zu einem Dossierwechsel: Den Verkehrsrichtplan wird Matthias Senn mit dem Bau- und Umweltdepartement (BUD) entwerfen. Die Konzeptentwicklung hatte noch Gemeindepräsident Cyrill Wiget geleitet. Seit der Departementsreform ist das Dossier «Verkehr» aber beim BUD.

Das ganze Kurzprotokoll der Sitzung